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Madeline & Stefan | Henslerhof Hinterzarten | 17.09.2022
Freie Trauung auf dem Henslerhof in Hinterzarten: Warum die schönsten Hochzeiten nicht perfekt sein müssen. Ein Bericht von Trauredner Michael Harter.
freie Trauung Henslerhof, Hinterzarten, Hochschwarzwald, Scheunenhochzeit, Hochzeitsredner Schwarzwald, Trauredner
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Madeline & Stefan | Henslerhof Hinterzarten | 17.09.2022

About This Project

Freie Trauung auf dem Henslerhof – warum die schönsten Hochzeiten nicht perfekt sein müssen

Manchmal sind es nicht die großen Gesten, die einem als Trauredner dauerhaft im Gedächtnis bleiben. Es sind diese kleinen Augenblicke. Die ungeplanten. Die ehrlichen.

Wenn ich heute an die freie Trauung von Madeline und Stefan auf dem Henslerhof in Hinterzarten zurückdenke, sehe ich genau so einen Moment vor mir.

Mitten während der Zeremonie wollte ihr kleiner Sohn plötzlich einfach nur zu seiner Mama. Madeline nahm ihn ganz selbstverständlich auf den Schoß, streichelte ihn liebevoll, hörte weiter zu und war gleichzeitig vollkommen im Moment. Es entstand keine Unruhe. Niemand fühlte sich gestört. Im Gegenteil.

In diesem Augenblick wurde sichtbar, worum es an diesem Tag eigentlich ging. Nicht um eine perfekt inszenierte Hochzeit. Sondern um Familie.

Der Henslerhof – eine meiner Lieblingslocations im Hochschwarzwald

Der Henslerhof in Hinterzarten gehört für mich zu den Hochzeitslocations, an denen sofort eine besondere Atmosphäre entsteht. Die historische Scheune verbindet den urigen Charme des Schwarzwalds mit einer Wärme, die man kaum beschreiben kann.

Ich durfte dort inzwischen schon mehrere freie Trauungen auf dem Henslerhof begleiten und freue mich jedes Mal, wenn ich wieder den Weg dorthin fahren darf.

Eigentlich hatten sich Madeline und Stefan ihre Zeremonie draußen unter freiem Himmel gewünscht. Doch der September zeigte an diesem Tag seine herbstliche Seite. Regenwolken zogen über den Hochschwarzwald und machten den ursprünglichen Plan unmöglich. Also wurde kurzerhand umgebaut.

Im Nachhinein hätte es kaum besser passen können. Während draußen der Regen leise auf das Dach fiel, entstand in der kleinen Scheune eine unglaublich gemütliche Atmosphäre. Warm, persönlich und voller Nähe. Manchmal schreibt das Wetter eben seine ganz eigenen Geschichten.

Aus einer Schulfreundschaft wurde die große Liebe

Kennengelernt haben sich die beiden bereits viele Jahre zuvor am Kant-Gymnasium in Weil am Rhein.

Damals war Stefan vor allem dafür bekannt, gerne mit Lehrern zu diskutieren und keine Gelegenheit auszulassen, seine Meinung zu vertreten. Madeline war deutlich ruhiger unterwegs und verbrachte ihre Zeit lieber mit ihren Freundinnen. Von Liebe war damals noch keine Spur.

Erst in der Oberstufe entstand eine enge Freundschaft. Gemeinsam mit einer Clique verbrachten sie viel Zeit miteinander, trafen sich an den Wochenenden und begegneten sich regelmäßig während der Fasnacht.

Als Madeline nach dem Abitur für dreizehn Monate als Au-pair in die USA ging, wurde der Kontakt zwar zwangsläufig weniger – ganz abreißen ließ Stefan ihn aber nie. Sogar ein kleines deutsches Verpflegungspaket machte sich damals auf den Weg über den Atlantik. Eine liebevolle Geste, die zeigte, dass da vielleicht schon etwas mehr war als nur Freundschaft.

Nach Madelines Rückkehr entwickelte sich aus gegenseitiger Sympathie langsam eine Beziehung. Seit August 2010 gehen die beiden gemeinsam durchs Leben.

Gemeinsam wachsen – auch wenn das Leben herausfordert

Wer Madeline und Stefan erlebt, merkt schnell, dass ihre Beziehung auf einem starken Fundament steht. Offenheit. Vertrauen. Ehrlichkeit. Und eine große Portion gegenseitiger Wertschätzung.

Natürlich verlief auch ihr gemeinsamer Weg nicht immer geradeaus. Die drei Jahre in Wiesbaden gehören bis heute zu ihren schönsten Erinnerungen. Damals bestand der Alltag gefühlt aus Arbeit, gemeinsamen Abenden und dem Lieferservice.

Später folgte der Bau ihres Eigenheims. Wer selbst schon einmal gebaut hat, weiß, wie viele Entscheidungen, Herausforderungen und manchmal auch Nerven ein solches Projekt kostet. Auch bei den beiden lief längst nicht alles reibungslos. Beim Einzug fehlten noch Lampen, vieles war noch Baustelle – und trotzdem waren sie einfach glücklich, endlich angekommen zu sein.

Rückblickend war dieses Haus viel mehr als nur ein Bauprojekt. Es war ein Symbol dafür, wie sie ihr Leben gemeinsam gestalten.

Der schönste Antrag entstand auf einer Baustelle

Passend dazu spielte auch Stefans Heiratsantrag genau dort. Nicht auf einem Berg. Nicht am Strand. Nicht im Urlaub. Sondern mitten im Rohbau ihres zukünftigen Zuhauses.

Gemeinsam mit Trauzeuge Alex verwandelte er die Baustelle in einen romantischen Ort voller Kerzen und gemeinsamer Erinnerungen. Fotos standen auf selbstgebauten Staffeleien, alles war liebevoll vorbereitet.

Ganz ohne Pannen ging es allerdings nicht. Vor lauter Aufregung vergaß Stefan nacheinander Feuerzeug, Handy und schließlich sogar den Verlobungsring. Alex durfte deshalb mehrmals denselben Weg zurücklegen und den bereits abgeklebten Türrahmen immer wieder passieren.

Als Madeline schließlich völlig ahnungslos und in Flip-Flops die Baustelle betrat, traf sie dieser Moment vollkommen unerwartet. Dass nach Elvis Presleys romantischem „Can’t Help Falling in Love“ versehentlich plötzlich „Hound Dog“ aus den Lautsprechern erklang, machte die Geschichte im Nachhinein nur noch sympathischer.

Genau solche kleinen Pannen sind es doch, über die man Jahre später gemeinsam lachen kann.

Familie war an diesem Tag überall spürbar

Die freie Trauung auf dem Henslerhof in Hinterzarten war keine klassische Paar-Zeremonie. Sie war von Anfang an eine Familienzeremonie.

Ihre Kinder Leni und Tim standen immer wieder im Mittelpunkt, ohne dass es geplant gewesen wäre. Leni brachte später die Ringe nach vorne. Tim machte es sich zwischendurch auf Mamas Schoß gemütlich. Niemand versuchte, diese Momente zu verhindern oder künstlich zu kontrollieren. Sie gehörten einfach dazu. Und genau deshalb wirkten sie so echt.

Ich werde oft gefragt, ob Kinder während einer freien Trauung nicht stören könnten – so wie hier auf dem Henslerhof. Meine Antwort lautet fast immer: Nein. Kinder machen eine Trauung nicht unruhiger. Sie machen sie lebendig. Sie erinnern uns daran, worum es wirklich geht.

Eine kleine Überraschung für die ganze Familie

Für jedes Brautpaar fertige ich als Erinnerung an unsere freie Trauung mein persönliches Holzherz an. Bei Madeline und Stefan war mir aber schnell klar, dass dieses Symbol eigentlich nicht nur ihnen gehören sollte. Schließlich bestand ihre Familie an diesem Tag aus vier Menschen.

Deshalb wartete noch eine kleine Überraschung auf Leni und Tim. Auch sie bekamen jeweils ein eigenes kleines Kinder-Holzherz als Erinnerung an den Tag, an dem Mama und Papa sich noch einmal vor Familie und Freunden das Ja-Wort gaben. Die Freude in ihren Gesichtern war wunderschön zu beobachten.

Es sind genau diese kleinen Gesten, die mir persönlich besonders wichtig sind. Sie entstehen nicht, weil sie irgendwo im Ablaufplan stehen, sondern weil jede freie Trauung ihre ganz eigene Geschichte erzählt.

Erinnerungen, die bleiben

Begleitet wurde dieser besondere Tag von Fotografin Nadja Osieka, mit der mich inzwischen weit mehr verbindet als gemeinsame Hochzeiten. Umso schöner war es, diesen Tag gemeinsam festhalten zu dürfen.

Ihre Bilder transportieren genau das, was ich an dieser Hochzeit so geliebt habe. Keine übertriebene Perfektion. Keine gestellten Emotionen. Sondern echte Nähe. Echtes Lachen. Echte Tränen. Und ganz viel Liebe.

Mein Fazit

Wenn ich heute an Madeline und Stefan zurückdenke, erinnere ich mich nicht zuerst an den Regen. Ich erinnere mich an eine Familie, die genau so war, wie sie ist.

An zwei Menschen, die sich seit ihrer Schulzeit kennen, gemeinsam erwachsen geworden sind und sich über viele Jahre eine gemeinsame Zukunft aufgebaut haben. An zwei Kinder, die diese Zeremonie bereichert haben. Und an eine Scheune mitten im Schwarzwald, die an diesem regnerischen Septembertag wärmer wirkte als jeder Sonnenschein.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis, die ich aus dieser Hochzeit mitgenommen habe: Die schönsten freien Trauungen entstehen nicht dann, wenn alles perfekt läuft. Sie entstehen dann, wenn echte Menschen echte Gefühle zeigen.

Und genau deshalb wird mir diese freie Trauung auf dem Henslerhof noch lange in Erinnerung bleiben. Ich freue mich schon jetzt auf die nächste freie Trauung auf dem Henslerhof.


Fotografin: Nadja Osieka

Datum
Kategorie
Freie Trauung
Schlagwörter
Familienhochzeit, Henslerhof, Hinterzarten, Hochschwarzwald

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