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Sandra & Francois | Mauritius | 05.03.2026 (Ersttrauung Freiburg 2021)
Eheversprechen erneuern auf Mauritius: Fünf Jahre nach ihrer freien Trauung in Freiburg sagten Sandra und Francois am Strand noch einmal Ja zueinander.
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Sandra & Francois | Mauritius | 05.03.2026 (Ersttrauung Freiburg 2021)

About This Project

Eheversprechen erneuern auf Mauritius – Sandra & Francois und ein Wiedersehen nach fünf Jahren

Manche Hochzeiten begleiten einen nur einen Tag. Und dann gibt es Paare, bei denen die Geschichte weitergeht.

Als Sandra und Francois sich im Herbst 2025 bei mir meldeten, war ich deshalb zunächst einmal überrascht. Wir hatten uns einige Jahre zuvor kennengelernt – bei ihrer freien Trauung in Freiburg. Ein wunderschöner Tag, viele besondere Momente, viele Menschen, die ihnen wichtig waren.

Und nun diese Frage: Ob ich mir vorstellen könne, fünf Jahre später wieder bei ihnen zu sein? Natürlich konnte ich mir das vorstellen. Nur der Ort war diesmal ein anderer. Sehr viel weiter weg. Mauritius.

Fünf Jahre später

Sandra und Francois kommen aus München. 2021 hatten sie sich in Freiburg noch einmal ganz bewusst die Zeit genommen, ihre Liebe mit Familie und Freunden zu feiern. Die standesamtliche Hochzeit hatten sie bereits hinter sich, doch die freie Trauung war für beide etwas ganz Besonderes.

Damals ging es um den Beginn ihrer Ehe. Um das Versprechen, gemeinsam durchs Leben zu gehen. Um zwei Menschen, die sich gefunden hatten und sich bewusst füreinander entschieden.

Fünf Jahre später war die Situation eine völlig andere. Sandra und Francois wollten nicht noch einmal heiraten. Sie wollten auch nichts nachholen oder korrigieren. Sie wollten ihr Eheversprechen erneuern. Innehalten. Zurückschauen. Und vor allem bewusst wahrnehmen, was in diesen fünf Jahren aus ihrem gemeinsamen Ja geworden war.

Eine Ehe, die gewachsen ist. Ein gemeinsames Leben, das längst voller eigener Rituale, Erinnerungen und Geschichten steckt. Und genau deshalb sollte das Eheversprechen nicht irgendwo erneuert werden. Sondern auf Mauritius.

Eine besondere Anfrage

Für mich war die Anfrage etwas ganz Besonderes. Denn natürlich begleitet man als freier Redner viele Paare. Man lernt Menschen kennen, hört ihre Geschichten, bereitet gemeinsam eine Zeremonie vor und erlebt einen sehr persönlichen Tag miteinander. Und dann geht man wieder auseinander. Das gehört zu meinem Beruf.

Aber manchmal entsteht mehr. Eine Verbindung, die über diesen einen Hochzeitstag hinaus Bestand hat. Bei Sandra und Francois war genau das der Fall. Als die Anfrage aus München kam, war deshalb sehr schnell klar: Ich bin dabei.

Und dieses Mal nicht allein. Michaela kam mit mir nach Mauritius. Aus einem beruflichen Anlass wurde damit auch für uns beide eine ganz besondere Reise. Wir konnten wunderschöne Tage auf dieser beeindruckenden Insel verbringen, neue Eindrücke sammeln, gemeinsam Zeit genießen – und gleichzeitig einen ganz besonderen Moment im Leben von Sandra und Francois begleiten.

Wiedersehen am anderen Ende der Welt

Am 5. März 2026 war es dann soweit. Wir trafen Sandra und Francois wieder. Und wahrscheinlich ist genau das einer der schönsten Momente in diesem Beruf: Menschen nach Jahren wiederzusehen und festzustellen, dass sich etwas verändert hat – und gleichzeitig vieles noch genauso vertraut ist.

Fünf Jahre Ehe liegen zwischen zwei Begegnungen. Fünf Jahre gemeinsames Leben. Fünf Jahre Alltag, Reisen, Arbeit, Sport, gemeinsame Rituale, kleine Herausforderungen und natürlich auch die eine oder andere Situation, in der man sich gegenseitig ein wenig auf die Nerven geht. Aber vor allem fünf Jahre, in denen aus einem Versprechen gelebtes Leben geworden ist.

Die beiden haben in dieser Zeit noch einmal deutlicher gespürt, was sie miteinander verbindet: Sie verbringen unglaublich viel Zeit miteinander, unterstützen sich gegenseitig und haben das Gefühl, gemeinsam vieles besser zu schaffen.

Oder wie Francois es einmal sehr treffend formuliert hat: Das Schönste an uns ist das Wir. Ich finde, viel mehr muss man über eine gute Ehe eigentlich gar nicht sagen.

Ein Ja, das inzwischen fünf Jahre Geschichte hat

Die Zeremonie am Strand war deshalb keine Wiederholung der Hochzeit von 2021. Sie war etwas Eigenständiges. Ruhiger vielleicht. Bewusster. Und gleichzeitig sehr persönlich.

Wer sein Eheversprechen erneuert, bringt bereits eine gemeinsame Geschichte mit. Damals in Freiburg war die Aufregung noch so groß, dass eigene Worte für beide kaum möglich waren. Fünf Jahre später war da plötzlich Raum dafür. Sandra und Francois hatten sich eigene Worte füreinander vorbereitet.

Worte, die nicht mehr davon erzählen mussten, warum sie sich füreinander entschieden hatten. Sondern davon, was sie inzwischen miteinander erlebt hatten. Was sie am anderen schätzen. Was ihnen ihre Beziehung bedeutet. Und warum sie auch heute wieder sagen wollten: Ja. Zu uns. Zu unserem Leben. Zu unserem Wir.

Ein Sandritual bekommt eine neue Bedeutung

Auch ein kleines Detail aus ihrer ersten Trauung kehrte zurück: das Sandritual.

2021 war es ein Symbol für den Beginn ihrer gemeinsamen Ehe. Zwei unterschiedliche Menschen, zwei Persönlichkeiten, zwei Lebenswege, die miteinander verbunden werden, ohne dass einer von beiden seine Individualität verliert.

2026 wurde dasselbe Ritual plötzlich zu etwas anderem. Denn inzwischen gab es eine gemeinsame Geschichte. Fünf Jahre Erinnerungen. Fünf Jahre gemeinsamer Weg. Fünf Jahre „Wir“.

Der Sand, der erneut zusammenfloss, stand damit nicht mehr nur für einen gemeinsamen Anfang. Er stand für das, was bereits entstanden war. Genau darin liegt für mich der Reiz, wenn Paare ihr Eheversprechen erneuern: Dieselben Symbole erzählen plötzlich eine ganz andere Geschichte.

Ein verlorener Ring und eine Geschichte, die weitergeht

Und dann war da noch der Ring. Sandras Ehering war im vergangenen Herbst auf dem Oktoberfest verloren gegangen. Mitten im Trubel. Trotz aller Suche blieb er verschwunden. Ein Ring, der sie mehr als vier Jahre begleitet hatte, war plötzlich nicht mehr da.

Eigentlich nur ein Gegenstand. Und trotzdem natürlich viel mehr als das. Denn ein Ehering trägt Bedeutung. Er erinnert an ein Versprechen, an einen Menschen, an einen besonderen Tag. Aber vielleicht liegt gerade darin auch etwas Schönes: Der Ring ist das Zeichen für das Versprechen. Er ist nicht das Versprechen selbst.

Sandra und Francois entschieden sich deshalb, einen neuen Ring anfertigen zu lassen. Nicht als Ersatz für den alten. Sondern als neues Zeichen. Für fünf Jahre Ehe. Für all die gemeinsamen Erlebnisse. Für Nähe, Vertrauen und Dankbarkeit. Und vor allem für die Erkenntnis, dass ihre Geschichte längst nicht zu Ende geschrieben ist.

Die Ringe wurden an diesem Tag also nicht einfach ausgetauscht. Sie bekamen eine neue Bedeutung.

Und dann war da noch unser Taxifahrer …

Natürlich bleiben von einer Reise wie dieser nicht nur die großen Momente in Erinnerung. Manchmal sind es die kleinen Geschichten, über die man später noch schmunzelt. Unser Taxifahrer beispielsweise.

 

Er hatte uns zur Traulocation gefahren und sollte eigentlich zu einer bestimmten Zeit wieder auf uns warten. Nun ja. Die Zeremonie dauerte etwas länger. Und wir waren anschließend auch nicht ganz so pünktlich zurück, wie ursprünglich geplant.

 

Als wir schließlich zum Taxi-Parkplatz kamen, war unser Fahrer ausgesprochen geduldig gewesen. Allerdings hatte diese Geduld offenbar Grenzen. Er erklärte uns mit einem sehr deutlichen Hinweis, dass er inzwischen großen Hunger habe und es jetzt wirklich höchste Zeit werde.

 

Wir mussten ziemlich schnell feststellen, dass wir dabei einen wichtigen Umstand nicht berücksichtigt hatten: Es war Ramadan. Unser Fahrer hatte also während der Wartezeit gefastet. Wir hatten ihn nicht nur länger warten lassen als geplant – wir hatten damit offenbar auch seine erste Mahlzeit des Tages ein gutes Stück nach hinten verschoben.

 

Auch das gehört zu Mauritius. Und genau solche kleinen Geschichten machen eine Reise am Ende genauso besonders wie die großen Momente.

Eine Reise, die bleibt

Für Sandra und Francois war der 5. März 2026, an dem sie ihr Eheversprechen erneuern durften, ein weiterer besonderer Tag in ihrer gemeinsamen Geschichte. Für Michaela und mich war es ebenfalls mehr als nur ein Termin im Kalender.

Wir haben wunderschöne Tage auf Mauritius erlebt, gemeinsam einen faszinierenden Ort kennengelernt und gleichzeitig etwas begleiten dürfen, das man als Redner nicht planen kann: eine Verbindung, die über fünf Jahre hinweg geblieben ist.

Ich glaube, genau darin liegt etwas ganz Besonderes an meiner Arbeit. Eine freie Trauung ist kein Produkt, das mit dem letzten Wort der Zeremonie fertig ist. Man schenkt mir als Redner einen Einblick in das eigene Leben. Man erzählt mir Dinge, die vielleicht nicht jeder kennt. Man vertraut mir einen der persönlichsten Momente überhaupt an. Und manchmal entsteht daraus eine Verbindung, die bleibt.

So wie bei Sandra und Francois. 2021 Freiburg. 2026 Mauritius. Dazwischen liegen fünf Jahre Ehe. Und dazwischen liegt vor allem eines: gemeinsames Leben.

Als wir am Strand von Mauritius standen und Sandra und Francois erneut Ja zueinander sagten, war deshalb eines ganz besonders spürbar: Es war kein Ja mehr zu einer gemeinsamen Zukunft, die noch vor ihnen liegt. Es war ein Ja zu einer gemeinsamen Geschichte, die bereits geschrieben wurde. Und gleichzeitig ein neues Ja zu allem, was noch kommt.

Wer sein Eheversprechen erneuern möchte, tut das nicht, weil etwas gefehlt hätte. Sondern weil etwas gewachsen ist. Ich bin dankbar, dass ich Teil beider Geschichten sein durfte. Und wer weiß – vielleicht treffen wir uns irgendwann wieder. Denn manche Hochzeiten begleiten einen eben nicht nur einen Tag.


Fotograf: Dennis König (Freiburg), Michael Harter (Mauritius)

Datum
Kategorie
Freie Trauung
Schlagwörter
Ausland, Freiburg, Mauritius, Sandritual, Traurituale

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