Freie Trauung im Marienschacht – eine Hochzeit, die über den Hochzeitstag hinaus verbindet
Manche Hochzeiten bleiben wegen ihrer besonderen Location in Erinnerung. Andere wegen des Wetters, einer außergewöhnlichen Geschichte oder den Menschen, die man an diesem Tag kennenlernt. Und dann gibt es Hochzeiten, die bleiben, weil daraus etwas entsteht, das weit über den eigentlichen Hochzeitstag hinausgeht.
Die Hochzeit von Denise und Frank gehört für mich genau in diese Kategorie.
Denn wenn ich heute auf den 17. Juli 2021 zurückblicke, denke ich längst nicht mehr nur an ihre freie Trauung im Marienschacht in Bannewitz bei Dresden. Ich denke an ein erstes Kennenlernen im Schillergarten, an eine Hochzeit bei Regen, an ein Wiedersehen zwei Jahre später und schließlich an einen Sonntagnachmittag im August 2026 im Schwarzwald.
Eine Geschichte, die zeigt, dass Begegnungen manchmal nachhaltiger sind, als man im ersten Moment denkt.
Wie alles über Instagram begann
Denise wurde damals über Instagram auf mich und meine Arbeit als freier Hochzeitsredner aufmerksam. Einen wichtigen Anteil daran hatte ihre Freundin Juliane von Blush & Bleu Brautmoden in Dresden, bei der Denise zu dieser Zeit nebenbei im Brautmodeladen arbeitete. So kam der erste Kontakt zustande.
Und weil ich Anfang Juli 2020 – ein Jahr vor der geplanten Hochzeit – ohnehin für eine freie Trauung in Dresden war, nutzten wir diese Gelegenheit für ein persönliches Kennenlernen.
Unser Treffpunkt war der Schillergarten am Blauen Wunder, einer der bekannten Biergärten Dresdens direkt an der Elbe. Ich mag solche ersten Begegnungen, bei denen man sich beschnuppern und ganz ungezwungen miteinander sprechen kann. Über die Hochzeit, über Vorstellungen und Wünsche – aber natürlich auch über die Menschen, die heiraten möchten.
Nach diesem Treffen war für Denise und Frank schnell klar: Ich soll ihre freie Trauung im Marienschacht begleiten. Damit war der erste Schritt gemacht.
Der Marienschacht in Bannewitz – eine Hochzeitslocation mit Geschichte
Ein gutes Jahr später, am 17. Juli 2021, war es dann endlich soweit. Denise und Frank hatten bereits drei Tage zuvor standesamtlich in Dresden-Blasewitz geheiratet. Nun folgte die freie Trauung und die große Feier mit Familie und Freunden.
Als Location hatten sich die beiden den Marienschacht in Bannewitz ausgesucht. Und das war alles andere als eine gewöhnliche Hochzeitslocation.
Der Marienschacht gehört zu den besonderen historischen Orten im Dresdner Umland. Die Geschichte der Anlage ist eng mit dem Bergbau verbunden. Der markante Malakowturm, die erhaltenen technischen Anlagen und der industrielle Charakter erinnern noch heute an die Zeit, in der hier Bergbau betrieben wurde.
Die Anlage wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Steinkohleschacht errichtet und später auch im Uranbergbau genutzt. Heute ist der historische Komplex erhalten und dient unter anderem als außergewöhnliche Veranstaltungslocation. Genau diese Mischung aus Geschichte, Industriecharme und besonderer Architektur macht eine freie Trauung im Marienschacht so reizvoll.
Wenn Dresden im Regen verschwindet
Eigentlich hätte die Hochzeit noch einen weiteren Pluspunkt gehabt: den tollen Ausblick über Dresden und die Umgebung. Doch das Wetter hatte am 17. Juli 2021 andere Vorstellungen.
Es regnete. Und zwar so, dass die freie Trauung im Marienschacht kurzerhand nach drinnen verlegt werden musste. Der Blick nach draußen fiel damit weitgehend aus.
Im Nachhinein würde ich allerdings sagen: Der Marienschacht braucht diesen Blick gar nicht unbedingt. Denn gerade bei einer freien Trauung in einer außergewöhnlichen Location darf der Ort selbst eine Rolle spielen. Und mit seinen historischen und industriellen Elementen hatte er mehr als genug Charakter.
Manchmal ist es eben nicht der perfekte Sonnentag, der eine Hochzeit besonders macht. Manchmal sind es die Geschichten, die man später darüber erzählt.
Dresden, Schiltach und ein Wiedersehen im Jahr 2023
Normalerweise endet meine Verbindung zu einem Brautpaar irgendwann nach der Hochzeit. Man verabschiedet sich, wünscht alles Gute – und irgendwann sieht man sich vielleicht zufällig wieder.
Bei Denise und Frank kam es anders. Über Instagram und WhatsApp hielt man den Kontakt. Im Mai 2023 war ich dann erneut für eine Hochzeit in Sachsen unterwegs. Da lag es natürlich nahe, die Gelegenheit zu nutzen und Denise und Frank wiederzusehen. Diesmal ganz privat.
Michaela war ebenfalls mit dabei und wir verbrachten gemeinsam einen schönen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen. Natürlich waren auch die beiden Töchter Emilia und Paulina dabei. Es war eines dieser Treffen, bei denen man schnell merkt, dass man sich auch nach längerer Zeit noch viel zu erzählen hat.
Und irgendwann stand eine Idee im Raum: Jetzt wäre es eigentlich einmal an der Zeit, dass Denise und Frank mit ihrer Familie in den Schwarzwald kommen. Wie das mit solchen Ideen eben manchmal ist: Sie werden ausgesprochen, verschwinden wieder ein bisschen im Alltag – und irgendwann werden sie tatsächlich Realität.
2026: Der Besuch im Schwarzwald
Im August 2026 war es dann endlich soweit. Denise und Frank waren mit ihrer Familie im Sommerurlaub in Frankreich unterwegs. Auf ihrer Rückreise bot sich die Gelegenheit für einen Abstecher vom Elsass zu uns in den Schwarzwald.
Und so saßen wir an einem wunderschönen Sommernachmittag gemeinsam bei uns auf der Terrasse. Kühle Getränke, Kaffee und eine leckere Erdbeerroulade von Michaela standen auf dem Tisch. Aus dem ehemaligen Brautpaar sind inzwischen alte Bekannte geworden.
Und natürlich war es besonders schön, auch die beiden Töchter wiederzusehen. Unsere beiden Söhne Finn und Lauri lernten Denise, Frank, Emilia und Paulina ebenfalls kennen. Lange blieb die Runde allerdings nicht vollständig, denn unsere Jungs mussten irgendwann zum Fußball. So ist das eben mit Familien.
Wir nutzten die gemeinsame Zeit anschließend noch für einen schönen Spaziergang durch Schiltach und zeigten unseren Gästen aus Dresden ein bisschen unser „Städtle“. Fachwerkhäuser, enge Gassen, das Rathaus, die Geschichte der Flößerei, die Kinzig und die typische Schwarzwaldkulisse – eben das, was Schiltach und seinen Charme so besonders macht.
Und während wir gemeinsam unterwegs waren, wurde mir noch einmal bewusst, wie außergewöhnlich diese Geschichte eigentlich ist.
Von der Hochzeitsrede zur persönlichen Verbindung
Als freier Hochzeitsredner lerne ich viele Paare kennen. Ich höre ihre Geschichten, ihre Wünsche und ihre Vorstellungen von einer Hochzeit. Ich begleite sie bei der Vorbereitung und schließlich an einem der wichtigsten Tage ihres Lebens. Das ist für mich ohnehin etwas Besonderes.
Aber manchmal entsteht darüber hinaus noch etwas anderes, Wertvolles. Eine persönliche Verbindung. Man trifft sich wieder. Man bleibt in Kontakt. Man besucht sich. Und irgendwann sitzt man nicht mehr als Hochzeitsredner und Brautpaar zusammen, sondern einfach als Freunde.
Genau das ist bei Denise und Frank passiert. Und vielleicht ist das eine der schönsten Seiten meines Berufes. Eine freie Trauung dauert nur einen Tag. Die Erinnerungen daran bleiben natürlich viel länger. Aber manchmal bleiben auch die Menschen.
Eine Hochzeit verbindet – manchmal für viele Jahre
Wenn ich heute an Denise und Frank denke, gehört für mich deshalb nicht nur der 17. Juli 2021 dazu. Es gehört das erste persönliche Treffen ein Jahr zuvor im Schillergarten dazu. Die freie Trauung im Marienschacht. Der Regen an ihrem Hochzeitstag. Das Wiedersehen im Mai 2023 in Dresden. Und schließlich dieser wunderschöne Sommernachmittag 2026 bei uns im Schwarzwald.
Von Dresden nach Schiltach sind es über 600 Kilometer. Aber manchmal braucht es gar nicht viel, um Menschen miteinander zu verbinden. Eine Empfehlung. Ein Instagram-Kontakt. Ein erstes persönliches Gespräch. Eine Hochzeit. Und dann einfach den Wunsch, sich irgendwann wiederzusehen.
Liebe Denise, lieber Frank, danke für Euer Vertrauen vor inzwischen mehr als fünf Jahren. Danke für Eure Hochzeit, für die schönen Begegnungen danach und vor allem dafür, dass aus einer beruflichen Begegnung eine persönliche Verbindung geworden ist.
Ich freue mich sehr darüber. Und wer weiß, wo wir uns als Nächstes wiedersehen. Vermutlich wieder in Dresden. Hoffentlich auch wieder im Schwarzwald. Oder irgendwo ganz woanders. Denn manchmal sind die schönsten Geschichten genau die, die nach der Hochzeit einfach weitererzählt werden.
Fotograf: Enrico „Enni“ Müller