Freie Trauung in Sachsen auf Schloss Scharfenberg – als ein kleiner Fuchs zum Symbol der Liebe wurde
Manchmal entsteht zwischen Menschen schon beim ersten Gespräch eine Verbindung, die sich kaum erklären lässt. So war es bei Rebekka und Philipp.
Kennengelernt haben wir uns – wie heute viele meiner Brautpaare – zunächst über das Internet. Nach dem ersten Telefonat war schnell klar: Wir verstehen uns. Es folgten Videogespräche, intensive Vorbereitungen und viele gemeinsame Ideen für eine freie Trauung in Sachsen, die genauso persönlich werden sollte wie die beiden selbst.
Obwohl zwischen meinem Schwarzwald und ihrer Heimat viele hundert Kilometer liegen, hatte ich nie das Gefühl, einen Auftrag vorzubereiten. Es fühlte sich vielmehr so an, als würden wir gemeinsam etwas Besonderes entstehen lassen. Und genau das ist am Ende auch passiert.
Heiraten im ersten Corona-Jahr
Der Sommer 2020 war für viele Brautpaare eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Wochenlang wusste niemand, welche Feiern stattfinden dürfen, welche Auflagen gelten würden oder ob der große Tag überhaupt wie geplant möglich sein würde. Viele Hochzeiten wurden verschoben oder ganz abgesagt.
Umso größer war die Erleichterung, als feststand: Die freie Trauung von Rebekka und Philipp auf Schloss Scharfenberg konnte stattfinden.
Dass eine freie Trauung in Sachsen in diesem Sommer überhaupt möglich war, wusste jeder zu schätzen. Vielleicht war genau deshalb die Vorfreude noch ein Stück größer. Man spürte bei allen Gästen eine besondere Dankbarkeit, endlich wieder gemeinsam feiern zu dürfen.
Schloss Scharfenberg – romantisch, historisch und voller Atmosphäre
Schon beim ersten Blick versteht man, warum sich Rebekka und Philipp in Schloss Scharfenberg verliebt haben. Die historischen Mauern, das viele Grün und der Blick über die Elblandschaft schaffen eine Atmosphäre, die gleichzeitig elegant und herrlich entspannt wirkt.
Das Schloss liegt in Klipphausen zwischen Meißen und Dresden und gehört für mich zu den schönsten Orten für eine freie Trauung in Sachsen. Die Zeremonie fand unter freiem Himmel statt – genau so, wie die beiden es sich gewünscht hatten. Es war einer dieser Sommertage, an denen einfach alles zusammenpasste.
Ein kleiner Fuchs verändert alles
Jedes Brautpaar hat seine Geschichte. Bei Rebekka und Philipp beginnt sie mit einem kleinen Fuchs.
Kennengelernt hatten sich die beiden im Sommer 2015 in einer Bar in Dresden. Wenige Tage später trafen sie sich an einem warmen Sommerabend an der Elbe. Sie saßen auf einer Decke, unterhielten sich stundenlang und genossen einfach die gemeinsame Zeit.
Plötzlich hatte Rebekka das Gefühl, Philipp würde sie ständig mit seinem Fuß berühren. Immer wieder schob sie seinen vermeintlichen Fuß genervt zur Seite. Philipp verstand überhaupt nicht, was los war. Bis Rebekka schließlich aufsprang – und beide den wahren Übeltäter entdeckten.
Ein kleiner Fuchs hatte sich unbemerkt angeschlichen und spielte mit ihrem Söckchen, das er vorsichtig mit seinem Maul über den Boden zog. Eine Geschichte, die man sich kaum ausdenken könnte.
Seit diesem Abend begleitet der Fuchs die beiden durchs Leben. Er wurde zu ihrem persönlichen Symbol und fand sogar seinen Platz als Gravur in ihren Eheringen. Schon während unserer Vorbereitung wusste ich: Diese Geschichte gehört unbedingt in die Zeremonie.
Viele kleine Abenteuer statt großer Inszenierung
Was mich an Rebekka und Philipp besonders beeindruckt hat, war ihre gemeinsame Art, das Leben zu entdecken. Sie lieben Reisen, Roadtrips, Nationalparks und fremde Kulturen. Sie schlendern lieber gemeinsam über Flohmärkte oder durch Antiquariate, als den Tag in einem Einkaufszentrum zu verbringen.
Alte Dinge bekommen bei ihnen ein neues Zuhause. Erinnerungen werden nicht einfach auf dem Smartphone gespeichert, sondern liebevoll in handgemachten Fotoalben festgehalten.
Philipp fotografiert leidenschaftlich und sucht geduldig nach der perfekten Perspektive. Rebekka gestaltet Erinnerungen so, dass sie auch Jahre später noch lebendig bleiben. Vielleicht war genau diese Liebe zu den kleinen Details einer der Gründe, warum wir uns so gut verstanden haben.
Der Grand Canyon und die Frage aller Fragen
Natürlich durfte auch der Heiratsantrag in der Trauung nicht fehlen. Während eines Roadtrips durch den Westen der USA hatte Philipp den perfekten Moment gefunden. Am Grand Canyon.
Mit dieser beeindruckenden Kulisse stellte er Rebekka die Frage aller Fragen. Ihre Antwort kennen wir alle. Denn sonst hätte es diesen wunderschönen Tag auf Schloss Scharfenberg nie gegeben.
Der emotionalste Moment gehörte nur den beiden
Es gab während dieser freien Trauung in Sachsen viele bewegende Augenblicke. Die Musik. Der Ringtausch. Die Geschichte vom kleinen Fuchs. Und doch war es ein anderer Moment, der allen besonders in Erinnerung geblieben ist.
Ich hatte Rebekka und Philipp gebeten, persönliche Worte füreinander zu schreiben. Die beiden entschieden sich bewusst für handgeschriebene Briefe. Nicht fürs Publikum. Nicht für die Gäste. Sondern nur füreinander.
Mitten in der Zeremonie übergaben sie sich diese Briefe. Man konnte förmlich spüren, welche Bedeutung diese Worte hatten. Es war still. Nicht, weil niemand etwas sagen wollte. Sondern weil jeder verstand, dass manche Gefühle keine große Bühne brauchen.
Genau solche Augenblicke machen eine freie Trauung so besonders. Sie sind ehrlich. Ungeplant. Und bleiben oft viel länger im Herzen als jede perfekt inszenierte Überraschung.
Eine kleine Überraschung für zwei besondere Menschen
Während unserer Vorbereitung hatte ich schnell gemerkt, welche Bedeutung der kleine Fuchs für Rebekka und Philipp hatte. Deshalb wollte ich ihnen neben meinem selbst gefertigten Holzherz noch eine ganz persönliche Erinnerung mit auf den gemeinsamen Lebensweg geben.
Ich fertigte aus altem Holz ein kleines Erinnerungsstück an – mit einem Fuchs als Symbol ihrer Geschichte. Es sollte keine große Geste sein. Sondern einfach etwas Persönliches. Etwas, das man nicht kaufen kann.
Als ich den beiden das Geschenk überreichte und ihre Freude sah, wusste ich wieder, warum ich meine Arbeit so liebe. Es sind oft genau diese kleinen Gesten, die für ein Brautpaar unbezahlbar werden.
Eine Begegnung, die in Erinnerung bleibt
Liebe Rebekka, lieber Philipp, obwohl zwischen uns viele hundert Kilometer lagen, hatte ich vom ersten Gespräch an das Gefühl, dass wir perfekt zusammenpassen. Danke, dass Ihr mir Euer Vertrauen geschenkt habt. Danke für Eure Offenheit, Eure Herzlichkeit und dafür, dass ich Eure Geschichte erzählen durfte.
Wenn ich heute an Eure freie Trauung in Sachsen zurückdenke, denke ich nicht zuerst an Schloss Scharfenberg oder an den wunderschönen Sommertag. Ich denke an einen kleinen Fuchs. An zwei handgeschriebene Briefe. Und an zwei Menschen, die gezeigt haben, dass die schönsten Erinnerungen oft aus den kleinsten Momenten entstehen.
Ich wünsche Euch von Herzen, dass Euch dieser kleine Fuchs noch viele Jahrzehnte auf Eurem gemeinsamen Weg begleitet.
Fotograf: Sebastian Weingart (Wunderwald Fotografie)